Abholzung

[dt] Entwaldung in Bolivien

Entwaldung in Bolivien

ERBITTE WEITERGABE DER INFORMATION AN ALLE GEEIGNETEN INSTITUTIONEN!

Neues aus Bolivien:

die Regierung Evo Morales versucht – vor der verfassunggebenden Versammlung- aus politischen Gruenden Leuten aus dem Hochland, angeblich “landbeduerftigen Bauern”, etc im Rahmen einer angeblichen “Landreform” Land zu versprechen, und zwar ueber Enteignung angeblicher Grossgrundbesitzer und dergleichen.

Offenbar geht es darum, sich politisch beliebt zu machen mit einer “Holzhauerpolitik” im wahrsten Sinne des Wortes und a la “divide et impera”.

Die derzeitige Situation fuehrt dazu, dass – im allgegenwaertigen Wirrwarr- manipuliert wird, Landbesetzungen “im Namen der Regierung” an der Tagesordnung sind – und, schlimmer noch, die angeblich im Gesetz verankerte “FES” zur Bearbeitung – unter Abholzung – auch des letzten Winkels des Landes zwingt, da sonst das Eigentum per Gesetz entzogen wird, da kein Besitz besteht.

Sprich: Besitz geht vor Eigentum, ergo Landbesetzung und ABHOLZUNG vor Eigentumstiteln und Waldschutz.

Ich richte an alle Institutionen, die orientieren koennen, aufklaeren, etc. die Bitte, einzuschreiten: Greenpeace, WWF, Papst Benedikt, die Unesco, das BMZ, Hochschulen, usw.
Die derzeitige Lage hat uns in Santa Cruz an den Rande eines Buergerkrieges gebracht und der Primaerwald wird auf verantwortungsvolle und voellig sinnlose Weise zum Spielball politischer Interessen zwischen verschiedenen Parteien, die um eine angebliche “FES”- Erfuellung kaempfen, indem sie abholzen, abbrennen und so eine angebliches “Besitzrecht” ueber Land erwerben und beweisen wollen.

Ganz nebenbei: es geht nicht um “arme Bauern”; davon gibt es nur eine Handvoll und die koennten problemlos im Hochland Landwirtschaft betreiben, wo nicht gerodet werden muss, weil dort kein Urwald steht.

Das Problem ist politischer Natur, artet auf vollkommen groteske Weise aus aufgrund der allgemeinen Desinformation ueber die angebliche Fruchtbarkeit und Landwirtschaftseigung brandgerodeten Urwaldlandes und der entsprechenden Folgen sowie politischer Interessen (Wahlkampagne). Die alte Garde der Regierung hat offiziell “geklaut” und wurde so zum Grossgrundbesitzer, die Regierung Morales will nun “im Einvernehmen mit der Verfassung” von der Rechtsstaatlichkeit abweichen, indem sie behauptet, es gebe nur zu viele “arme Bauern ohne Land”, die natuerlich Urwald zu roden haetten, weil anderswo kein Land vorhanden sei, nur gerodeter Urwaldboden fruchtbar sein und ausserdem der “Grossgrundbesitz” zerstoert werden muesse.
Im Kreuzfeuer geht es dann dem Wald an den Kragen.

Eine Frage am Rande: warum soll nicht eine Person tausende von Hektar haben und IM LAUFE DER ZEIT daraus ein Waldschutzgebiet machen wollen (denn ueber Nacht geht das in Bolivien nicht, der Korruption und Desinformation und der Kosten wegen, u.a., was auch beachtet werden muss in Sachen “Besitz” und “FES”), wo liegt denn das angebliche “Problem Grossgrundbesitz” , wenn die Regierung WALDSCHUTZ gesetzlich verankert?

Die derzeitige Politik gibt jeden nur erdenklichen Anstoss zur Abholzung und Brandrodung, um den “Besitz nachzuweisen”.

Mein Vorschlag an den Praesidenten des Senats, Santos Ramìrez, war “Waldschutz und Umweltbildung”. Offenbar haben Landwirtschaftsminister Salvatierra und Vizeminister Almaraz und ihre Anhaenger sich in den Vordergrund manoevriert.

Allerdings hoert man gegen Salvatierra verschiedenartigste Vorwuerfe, so z.B. dass er doch recht nett seine Schaefchen ins Trockene gebracht habe in der Vergangenheit mit NGOs, die Landbesetzungen “im Namen der Armen” forderten (Konsequenz: fehlende Rechtssicherheit im Lande, unsinnige Abholzung und Umweltzerstoerung, etc.) und dergleichen.

Ich habe mit Salvatierra bei diversen Gelegenheiten gesprochen und mir erschien er nicht immer unbedingt ehrlich und schien doch entsprechender Kenntnisse im Umweltbereich zu entbehren als Rechtsanwalt. Almaraz dagegen ist offenbar ideologisch stark vorbelastet und wollte urspruenglich die Naturparks des Sernap zu Siedlungsgebieten erklaeren, wovon er nach unserem letzten Gespraech dann doch Abstand genommen hat.

Ich bitte alle Institutionen, die einen Beitrag zu leisten vermoegen, darum, an Evo Morales persoenlich und an Santos Ramirez entsprechende Information zum Thema Rodungen, Brandrodung, “global warming”, Biologie und Umweltbildung und deren Bedeutung fuer die Bewohner der Tropen, Unterschiede bolivianisches Hochland – Tiefland in Sachen Waldwirtschaft, Bodenqualitaeten, etc. weiterzugeben und entsprechende Bitten an sie zu richten – fuer RECHTSSICHERHEIT in Waldgebieten, Waldschutz im tropischen Bolivien.

Die Landwirtschaft hier ist absolut nicht konkurrenzfaehig und desorganisiert, unoekologisch und so weiter, folglich ist eine weitere Entwaldung absolut unnoetig und kontraproduktiv.

M. Strieder, Santa Cruz

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